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Prämenstruelles Syndrom: Beschwerden an den Tagen vor der Menstruation

Die meisten Frauen kennen Symptome wie Abgeschlagenheit, Stimmungstiefs und körperliche Beschwerden an den Tagen vor dem Beginn der Menstruation. Verdichten sich Schwankungen des Wohlbefindens zu einem vielschichtigen Beschwerdebild, spricht der Arzt von einem prämenstruellen Syndrom (PMS). Geeignete Therapien und bewusste Prävention können helfen, den periodischen gesundheitlichen Einschränkungen gegenzusteuern.

Die Frauenmedizin kennt ein ganzes Bündel gesundheitlicher Beeinträchtigungen, die eng mit der Periodik des weiblichen Monatszyklus verbunden sind. Einschränkungen des Wohlbefindens in der Zeit vor der Monatsblutung sind nicht ungewöhnlich. Etwa drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter berichten in dieser Zeit über mehr oder weniger starke Schwankungen des körperlichen und seelischen Gleichgewichts. Eine Vielzahl von über 150 physischen und psychischen Symptomen gilt als typisch für die Tage vor den Tagen und zeigt sich insbesondere bei Frauen in einem Alter von über 30 Jahren. Häufig haben Betroffene schon 10 bis 14 Tage vor Beginn der nächsten Menstruationsblutung mit Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Depressionen, Schmerzen, Wassereinlagerungen (Ödemen), Gewichtszunahme oder Verdauungsstörungen zu kämpfen. Am ersten oder zweiten Tag der Regelblutung verschwinden diese wieder, um sich pünktlich im neuen Zyklus erneut einzustellen. Teilweise verdichten sich ausgesprochen starke Symptome zu einem komplexen Krankheitsbild. Der Arzt spricht in diesen Fällen von einem prämenstruellen Syndrom (PMS). Bei manchen der betroffenen Frauen ist die gesundheitliche Störung so ausgeprägt, dass der soziale Alltag eingeschränkt wird und die Lebensqualität deutlich leidet. Ein prämenstruelles Syndrom entwickelt sich dann zur prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) und verursacht bei betroffenen Patientinnen einen erheblichen Leidensdruck.

PMS: Ursachen

Obwohl die medizinische Forschung intensiv versucht, die Mechanismen zu ergründen, die ein prämenstruelles Syndrom auslösen, liegen die Ursachen für die Beschwerden nach wie vor weitgehend im Dunkeln. Eine Abhängigkeit zwischen der zyklusabhängigen Störung und ethnischer Herkunft, Zugehörigkeit zu einem bestimmten Kulturkreis oder sozialem Status konnte die medizinische Forschung bislang nicht nachweisen. Die Vielfalt der möglichen Beschwerden lässt vermuten, dass ein prämenstruelles Syndrom als multifaktorielle Störung auf unterschiedliche Einflussfaktoren zurückgeht.

Fachleute sprechen deshalb in Zusammenhang mit dem PMS über eine psychoendokrine Fehlfunktion (Dysfunktion) und sehen deren Ursachen.

  • in der Psyche,

  • im Nervensystem

  • in der hormonellen Steuerung

Die wissenschaftliche Vermutung lautet, dass Querverbindungen zwischen der Produktion von Geschlechtshormonen und der Funktion anderer wichtiger Hormone und Neurotransmitter im Körper bestehen.

Die periodischen Schwankungen im Monatszyklus machen das empfindliche Gesamtsystem störanfällig.

  • Die hormonellen Veränderungen beeinflussen die Aktivität des „Glückshormons“ Serotonin. Die Konzentration des Botenstoffs – der unter anderem auf den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Stimmung und den Appetit wirkt – nimmt nach dem Eisprung rapide ab.

  • Anlagebedingt oder begünstigt durch besondere Belastungen kann in der zweiten Zyklushälfte die sinkende Östrogenausschüttung bei gleichzeitig steigender Produktion des Gelbkörperhormons Gestagen körperliche Beschwerden verursachen.

  • Die Zunahme des Hormons Prolaktin nach dem Eisprung regt ein Anschwellen der Brustdrüsen an, das in manchen Fällen mit Schmerzen verbunden ist.

  • Einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung eines prämenstruellen Syndroms haben die Lebensgewohnheiten.

Es gilt als unumstritten, dass

  • ausreichend Bewegung die Beschwerden mildern kann,

  • bei PMS die Ernährung eine wichtige Rolle spielt und viel Zucker, Koffein und Alkohol sich negativ auf das zyklisch schwankende Wohlbefinden auswirken,

  • Nikotin das PMS begünstigt.

Ein weiterer Risikofaktor für verstärkte Beschwerden bei PMS ist Stress. Eine bewusste Lebensführung und Zeiten gezielter Entspannung im Alltag sorgen für den geeigneten Ausgleich.

PMS: Diagnose

Ein prämenstruelles Syndrom verursacht ähnliche Beschwerden wie der Eintritt in die Wechseljahre oder manche Schilddrüsenerkrankung. Der Arzt wird deshalb in einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung die Symptome seiner Patientin abklären, um bei PMS die Diagnose abzusichern. Eine Hormonanalyse und weitere Laboruntersuchungen geben Aufschluss über die körperlichen Vorgänge. Hilfreich für die Untersuchung des individuellen Beschwerdeverlaufs ist ein sorgfältig geführter Regelkalender. Er zeigt an, an welchen Tagen im Monatszyklus die Symptome mit welcher Intensität auftreten, und gibt Hinweise darauf, welche Einflüsse die Beschwerden lindern oder – im Gegenteil – verschlimmern. Die Übersicht unterstützt die Auswahl einer individuell abgestimmten Behandlung und macht es betroffenen Frauen leichter, sich so weit wie möglich auf die kritischen Tage einzustellen.

PMS: Behandlung und Vorbeugung

Liegt die gesicherte Diagnose für ein prämenstruelles Syndrom vor, stehen unterschiedliche therapeutische Möglichkeiten offen.

  • Hormonelle Verhütungsmittel, die einen Eisprung verhindern, können auslösende Faktoren für ein PMS ausschalten.

  • Schmerzmittel können bei Kopf-, Rücken- und Brustschmerzen hilfreich sein. Frauen, die unter einer sehr starken Monatsblutung leiden, sollten aber auf den blutverdünnenden Wirkstoff Acetylsalicylsäure verzichten.

  • Bei starken seelischen Verstimmungen wird der Arzt erwägen, ein Antidepressivum zu verschreiben.

  • Pflanzliche Arzneimittel können die Beschwerden lindern. Mönchspfeffer (Agnus castus) eignet sich zur Behandlung von Brustschmerzen. Johanniskraut eignet sich als natürlicher Stimmungsaufheller und lindert depressive Verstimmungen, Ängste und nervöse Unruhe.

Eine besondere Erleichterung wird Ihnen an den Tagen vor der Menstruation die Fähigkeit zu bewusster Entspannung bringen. Yoga, Autogenes Training und progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sind Techniken, die Sie einüben können, um gezielt Stress abzubauen und das seelische Gleichgewicht positiv zu beeinflussen.

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