Scheidenpilz – eine sehr unangenehme Infektion

Scheidenpilz ist eine weit verbreitete, meist aber unproblematische Infektion. Frauen, die eine Pilzinfektion im Intimbereich erkennen, sind nur einen Schritt von der Heilung entfernt. Die Behandlung ist bequem und einfach zu Hause in Eigenregie möglich.

Grübelnde Frau

So klein die Erreger einer Vaginalmykose (Scheidenpilz) sind – die Beschwerden, die sie auslösen, empfinden Frauen als sehr belastend. Ursache der meisten Scheidenpilzinfektionen ist der Hefepilz Candida albicans. Eine Infektion mit einem Scheidenpilz ist keine gefährliche Erkrankung. Die Behandlung ist mit Produkten aus der Apotheke in Eigenregie möglich.

Scheidenpilz erkennen und einfach behandeln

Eine Scheidenpilzinfektion ist meistens leicht zu erkennen. Frauen, die bereits einmal von dieser Erkrankung betroffen war, erkennen die Symptome wieder.
Typische Symptome für eine Vaginalmykose sind:

  • ein stark juckender Intimbereich
  • leicht geschwollene Schamlippen
  • ein wundes Gefühl im Eingangsbereich der Scheide
  • gerötete Schleimhaut
  • weissliche Ablagerungen
  • gelblich-weisser Ausfluss mit einer quarkähnlichen Konsistenz


Auch die folgenden Symptome sind nicht selten:

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • unangenehmes Brennen im Intimbereich
  • zäher Ausfluss
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • starke Schwellungen im Bereich der Scheide


In der Apotheke erhalten Sie rezeptfreie Präparate, die die Symptome innerhalb kurzer Zeit lindern und den Scheidenpilz bekämpfen.

In diesen Fällen ist ein Arztbesuch angeraten

In folgenden Fällen ist es nötig, einen Arzt aufzusuchen. Stellen Sie sich bei Ihrem Gynäkologen vor, wenn

  • Sie zum ersten Mal an Scheidenpilz leiden und unsicher sind
  • Sie mehr als vier Infektionen pro Jahr durchmachen
  • Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder Erbrechen auftreten
  • Sie schwanger sind oder stillen
  • trotz Behandlung nach drei bis fünf Tagen keine deutliche Besserung eintritt.

Scheidenpilzinfektion – Dauer und Prognose

Unter der Behandlung mit Vaginaltabletten und Salben ist der Scheidenpilz schnell gelindert. Nach drei bis fünf Tagen klingen Symptome in der Regel komplett ab.
Ohne Behandlung ist die Dauer einer Vaginalmykose nicht abzuschätzen. In sehr seltenen Fällen verschwinden die Symptome nach einiger Zeit von allein. Es besteht allerdings das Risiko, dass Sie die Pilzinfektion verschleppen. Bei Frauen mit stark geschwächtem Immunsystem kann der Scheidenpilz systemisch werden. Das heisst, dass der Pilz sich ausbreitet und innere Organe befällt. Daher sollten Scheidenpilzinfektionen immer schnell und konsequent behandelt werden.

Die Ursachen einer Scheidenpilz-Infektion

Eine vaginale Pilzinfektion ist keine Geschlechtskrankheit. Auch mangelnde Hygiene ist nicht der Grund für den Ausbruch der Erkrankung. Die Scheide der Frau ist gut gegen Infektionen gerüstet. Im weiblichen Intimbereich herrscht von Natur aus ein saures Milieu. Der niedrige pH-Wert und die gesunde Scheidenflora bilden eine natürliche Barriere und schützen vor einer starken Vermehrung von Scheidenpilzen. Jede Frau hat einige Hefepilze im Intimbereich, die keine Beschwerden verursachen. Erst wenn sich der pH-Wert in der Scheide verändert oder das Immunsystem geschwächt ist, kann eine Vaginalmykose ausbrechen.

Folgende Umstände können eine Infektion begünstigen:

  • übertriebene Intimhygiene, die die gesunde Scheidenflora schädigt
  • Stress
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Funktionsstörungen der Schilddrüse etc.
  • Schwankungen im Hormonhaushalt (Pille, Schwangerschaft)
  • bestimmte Medikamente (Antibiotika, Kortikoide)


Scheidenpilz ist eine unangenehme Erkrankung, aber es gibt keinen Grund für Frauen, Scham zu empfinden. Oft ist beispielsweise die Pille der Grund für wiederkehrende Infektionen – hier kann ein anders zusammengesetztes Präparat für Sie günstiger sein. Scheuen Sie sich nicht, in der Apotheke Rat zu suchen, wenn die ersten Symptome auftreten. Mit der richtigen Behandlung haben Sie die Infektion schnell im Griff.

Ist Scheidenpilz ansteckend?

Hefepilze kommen überall in der Umgebung des Menschen vor. Daher lässt sich in den meisten Fällen keine Ansteckungsquelle für einen Scheidenpilz ausmachen. Die einzige Ausnahme bildet der Geschlechtsverkehr. Eine Infektion mit einem Scheidenpilz ist zwar keine Geschlechtskrankheit, aber in seltenen Fällen ist es möglich, dass sich die Partner gegenseitig infizieren.

Den Partner mitbehandeln

Sexuell aktive Frauen sollten offen mit ihrem Partner reden, wenn sie unter einer Vaginalmykose leiden. In einigen Fällen ist es sinnvoll, den Partner mitzubehandeln. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie kein erhöhtes Risiko für Pilzinfektionen haben und trotzdem in kurzen Abständen wiederholt unter Pilzinfektionen im Intimbereich leiden oder wenn Ihr Partner selber Symptome aufweist.

Gut behandelt ist Scheidenpilz in der Schwangerschaft kein Drama

Tritt ein Scheidenpilz in der Schwangerschaft auf, sind Frauen oft stark verunsichert. Zu den unangenehmen Beschwerden gesellt sich die Sorge um das Ungeborene. Mit der richtigen Behandlung stellt eine Pilzinfektion während der Schwangerschaft keine Gefahr für Mutter und Kind dar. Wenn Sie als Schwangere unter einer Vaginalmykose leiden, suchen Sie Ihren Frauenarzt auf.

Tipp: Was können Sie gegen Scheidenpilz im Urlaub machen

Sie freuen sich auf entspannte Tage am Meer und bereits nach wenigen Tagen meldet sich ein unangenehmes Jucken und Brennen im Intimbereich? Besonders im Urlaub kann man keinen Scheidenpilz gebrauchen. Doch genau in der schönsten Zeit des Jahres ist das Risiko, an einem Scheidenpilz zu erkranken, besonders hoch. Das warme Klima und viel Kontakt mit Wasser in Meer und Pool bieten den Hefepilzen ideale Bedingungen zur Vermehrung. Weil Scheidenpilz im Urlaub häufig auftritt, ist es sinnvoll, ein entsprechendes Mittel in der Reiseapotheke mitzuführen.

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